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Vernissage mit Moment der Ewigkeit

Ein ausgewachsener Flügel stand am Sonntag, 11. September 2011 in der Gollmaer Kirche. Anlass war die Vernissage zu einer kombinierten Bild- und Wortausstellung der Pianistin Heloise Ph. Palmer. Geschichte einer Ewigkeit erzählt in 12 Detailfotografien die tragische Liebesgeschichte des Philosophenpaares Abaelard und Hèloïse aus dem 12. Jahrhundert. Das Begleitheft zur Ausstellung lässt die stilvoll inszenierten Bilder durch gefühlvolle Gedichte lebendig werden. Einen Hauch von Ewigkeit erhielt die Vernissage auch als Rahmen für die Uraufführung des Stückes se potessi des Londoner Komponisten John Palmer. Die Pianistin Heloise Ph. Palmer hat am „Tag des Offenen Denkmals“ ihre Bild- und Textausstellung Geschichte einer Ewigkeit. Eine Liebe in Bildern in der Gollmaer Kirche eröffnet. Die Einführung gestaltete die Künstlerin selbst.

„Es hat mich begeistert, hier soviel kulturelles Engagement und soviel Enthusiasmus in einer so kleinen Kirche vorzufinden“, erklärt John Palmer, der der Vernissage beiwohnt, und fügt hinzu: „Auch Heloise Ph. Palmer hat mit der Fotografie, Musik und Dichterei heute verschiedene Künste gekonnt zusammengeführt und ihr Können, ihre Ausdruckskraft und Sensibilität als Pianistin eindrucksvoll auf die Poesie übertragen.“ Die Künstlerin selbst hat ihre Freude an der Fotografie auf ihren weltweiten Konzertreisen entdeckt. „Mich faszinieren Details, die ich irgendwann für mich festhalten und mitnehmen wollte“, verrät sie. Ihre Ausstellung hat sie dem Thema des diesjährigen „Tages des offenen Denkmals“ gewidmet – Romantik, Realismus, Revolution. Was passt da besser, als eine Liebesgeschichte, die nicht sein darf und so stark ist, dass sie bis in die Ewigkeit fortdauert. Ebenso standen [einigen] Bildern der Ausstellung Denkmäler aus Gollma Modell. Sie erzählen die Geschichte der Hèloïse, die sich in ihren Hauslehrer Pierre Abaelard verliebt, und die durch zahlreiche Briefe und Schriftstücke bis heute überliefert ist. Zuerst durch den Oheim Fulbert geduldet, durch ein Kind und eine heimliche Heirat bekräftigt und später jedoch verraten, müssen beide ihr Leben ohne einander führen – den anderen jedoch stets tief im Herzen. Als Hèloïse 1164 stirbt, lässt sie sich neben Abaelard bestatten. Anfang des 19. Jahrhunderts – die Zeit der Romantik – wurden beide Leichname nach Paris überführt.

Heloise Ph. Palmer […] begann bereits mit 5 Jahren mit dem Klavierspiel. […] Derzeit lebt sie in Israel und übt eine weltweite Konzerttätigkeit aus, in der sie ihre Vielseitigkeit durch die Interpretation verschiedenster klassischer und moderner Komponisten zeigt. Charakteristisch für ihr Spiel ist das Gefühlvolle, die Stimmung des Moments in sich Aufnehmende. Und so verharrt sie vor und nach dem Stück, das hier in Gollma seine Weltpremiere erfährt, und lässt die Stimmung auf sich wirken.
„Es waren heute die Sonnenstrahlen, die durch die Bleiglasfenster brechen“, erklärt sie. […] Es sind genau diese Bleiglasfenster, für deren Restauration man derzeit Spenden sammelt. Auch die Bilder der Ausstellung stehen zum Verkauf. Der gesamte Erlös soll den Fenstern zugute kommen. „Wir wollen die Kirche so erhalten, dass sie als Ort der Kreativität und Begegnung wirken kann“, erläutert Gemeindepädagoge DN Webel in seiner Ansprache sein Engagement und das seiner Mitstreiter für das Gotteshaus und den Gollmaer Musiksommer, der inzwischen seine 5. Auflage erfährt. Mit der zweiten Fotoausstellung wird das künstlerische Angebot vom hochkarätigen Konzertsommer nun auch auf andere künstlerische Ausdrucksformen ausgeweitet. In Gollma schafft man der Kunst einen Raum zum Entfalten und eine Bühne, die immer mehr Besucher berührt. Die Ausstellung Geschichte einer Ewigkeit. Eine Liebe in Bildern ist noch bis zum Vorabend des ersten Advent in der Gollmaer Kirche zu besichtigen. Besichtigungstermine ergeben sich im Rahmen der aktuellen Gottesdienste und der Konzerte des 5. Musiksommers Gollma.

Landsberger Echo, 21. September 2011

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